Der Staplerschein ist weg: Erst einmal ruhig bleiben
Ein verlorener Fahrausweis ist ärgerlich, aber meist lösbar. Wichtig ist: Der Schein selbst ist nur ein Nachweis dafür, dass Sie eine Ausbildung nach DGUV Vorschrift 68 und DGUV Grundsatz 308-001 abgeschlossen haben. Ihre Qualifikation besteht weiter. Es kommt darauf an, dass sich der Nachweis wieder beschaffen lässt, denn viele Arbeitgeber verlangen eine Kopie, und im Betrieb gilt ohnehin die schriftliche Beauftragung.
Bedenken Sie auch: Der Fahrausweis läuft nicht ab. Was jährlich nötig ist, ist die Unterweisung durch den Arbeitgeber. Ein verlorener Schein ändert daran nichts. Näheres lesen Sie im Beitrag zur Gültigkeit des Staplerscheins.
Schritt 1: Beim Ausbildungsträger den Nachweis anfordern
Der erste Ansprechpartner ist die Stelle, die Ihren Schein ausgestellt hat. Seriöse Ausbildungsträger dokumentieren Teilnahme, Prüfungsergebnis und Zertifikat und können Auskunft geben. Gehen Sie so vor:
- Suchen Sie, was Sie noch haben: Kopie, Foto, Zertifikat, Rechnung oder Mail zur Anmeldung.
- Notieren Sie Ihren vollständigen Namen, das Geburtsdatum, den Ausbildungszeitraum und den Kursort.
- Kontaktieren Sie den Träger per E-Mail oder Telefon und bitten Sie um eine Zweitschrift oder einen Nachweis.
- Fragen Sie nach Kosten und Bearbeitungszeit, und ob eine neue Plastikkarte möglich ist.
Es kann eine kleine Gebühr anfallen. Wenn der Anbieter nicht mehr existiert, wenden Sie sich an den früheren Arbeitgeber, der die Ausbildung veranlasst hat.
Schritt 2: Ersatzkarte beantragen
Viele Träger stellen eine Ersatzkarte aus, wenn die Ausbildung dokumentiert ist. Das ist die einfachste Lösung, weil die Karte im Alltag handlich ist und im Betrieb vorgezeigt werden kann. Fragen Sie nach, welche Angaben für die Ersatzkarte nötig sind und ob ein Passfoto erneut erforderlich ist.
Ersatz-Fahrausweis bei Staplerschule1
Haben Sie Ihren Staplerschein bei Staplerschule1 gemacht, ist der Ersatz einfach: Teilnehmer können einen Ersatz-Fahrausweis über das Kursportal beantragen. Melden Sie sich dazu mit Ihren Zugangsdaten unter Kontakt oder direkt im Kursportal an. Haben Sie die Zugangsdaten verloren, hilft Ihnen das Team über den Kontakt weiter.
Rolle des Arbeitgebers und der Beauftragung
Im Betrieb ist nicht allein der Schein entscheidend. Der Unternehmer muss Sie schriftlich mit dem Führen von Flurförderzeugen beauftragen. Diese Beauftragung liegt in der Personalakte oder bei der Arbeitssicherheit und zeigt, dass der Betrieb Ihre Eignung geprüft hat. Außerdem führt der Arbeitgeber die jährlichen Unterweisungen durch und dokumentiert sie. Daran sehen Sie: Auch wenn die Plastikkarte fehlt, ist Ihre Berechtigung im Betrieb oft dokumentiert.
- Informieren Sie Ihren Vorgesetzten sofort, wenn Sie den Schein verloren haben.
- Fragen Sie nach einer Kopie von Zertifikat oder Beauftragung in der Personalakte.
- Bis zum Ersatz kann der Betrieb entscheiden, ob Sie weiterfahren dürfen.
Unser Beitrag zu den Pflichten des Arbeitgebers erklärt die Hintergründe im Detail.
Wenn kein Nachweis mehr auffindbar ist: Neuausbildung
Lässt sich weder beim Träger noch beim Arbeitgeber ein Nachweis finden, bleibt nur eine Neuausbildung. Ohne belegbare Ausbildung darf der Unternehmer Sie nicht beauftragen, weil er die Qualifikation nicht nachweisen kann. Das gilt auch, wenn Sie früher sicher gefahren sind.
Bei Staplerschule1 kostet der komplette Staplerschein 149 €. Darin enthalten sind Online-Theorie in 13 Kapiteln mit Prüfung, Praxistag in Frankfurt am Main mit praktischer Prüfung, Zertifikat, Fahrausweis als Plastikkarte und Sicherheitsschuhe. Alle Details finden Sie unter Staplerschein, eine Übersicht des Ablaufs unter Ablauf. Möchten Sie sofort loslegen, geht es direkt zu Kaufen.
Wenn Ihre letzte Ausbildung lange zurückliegt, kann außerdem eine Auffrischung sinnvoll sein. Informationen dazu bietet die Seite Staplerschein-Auffrischung.
So beugen Sie dem nächsten Verlust vor
- Fotografieren Sie Vorder- und Rückseite des Fahrausweises und speichern Sie das Bild sicher.
- Heben Sie Zertifikat, Anmeldebestätigung und Rechnung auf.
- Bewahren Sie die Karte im Portemonnaie getrennt von Arbeitsunterlagen auf.
- Bitten Sie den Arbeitgeber, eine Kopie in der Personalakte zu hinterlegen.
So sparen Sie sich beim nächsten Mal viel Zeit. Den ausgestellten Nachweis sollten Sie auch bei einem Jobwechsel parat haben.
Häufige Situationen im Überblick
Je nachdem, wie und wo Sie Ihren Schein gemacht haben, sieht der Weg zum Ersatz anders aus. Die folgende Tabelle zeigt die häufigsten Fälle und den sinnvollsten ersten Schritt.
| Situation | Erster Schritt |
|---|---|
| Ausbildung bei Staplerschule1 | Ersatz-Fahrausweis über das Kursportal beantragen |
| Anderer Träger existiert noch | Nachweis oder Ersatzkarte dort anfordern |
| Träger existiert nicht mehr | Beim früheren Arbeitgeber nach Unterlagen fragen |
| Nur eine Kopie oder ein Foto vorhanden | Mit der Kopie beim Träger oder Arbeitgeber nachfragen |
| Nichts mehr auffindbar | Neuausbildung mit Prüfung |
Wie lange darf der Betrieb ohne Schein weiterarbeiten lassen?
Eine feste Frist gibt es nicht. Entscheidend ist, dass der Unternehmer sicher sein kann, dass Sie ausgebildet sind, und dass er Sie beauftragt hat. Liegt eine Kopie des Zertifikats oder die Beauftragung vor, kann der Betrieb im Einzelfall entscheiden, dass Sie bis zum Ersatz weiterfahren. Rechtsverbindliche Auskünfte erhalten Sie von der Fachkraft für Arbeitssicherheit, vom Betriebsrat oder von der Berufsgenossenschaft. Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung.
Klar ist: Fahren ohne Qualifikation und Beauftragung ist ein Risiko für alle Beteiligten, auch für den Unternehmer. Eine schnelle Klärung liegt deshalb im Interesse beider Seiten.
Was Sie bei einem Wechsel des Arbeitgebers beachten
Verlieren Sie den Schein kurz vor einer Bewerbung, sollten Sie das offen ansprechen. Zeigen Sie, dass Sie einen Ersatz beantragt haben, und legen Sie vorhandene Kopien vor. Neue Arbeitgeber müssen Sie zudem erneut beauftragen und einweisen, unabhängig davon, ob Sie den Schein dabei haben. Die jährliche Unterweisung können Sie bei Bedarf bequem online erledigen, mehr dazu unter jährliche Unterweisung. Sie kostet 40 €, dauert etwa zwei Stunden, und das Zertifikat wird Ihnen zugesendet.
Auch wenn Sie nach einer Pause wieder einsteigen und unsicher sind, lohnt ein Blick auf die Angebote zur Auffrischung. Damit gehen Sie sicherer in den ersten Arbeitstag.
Tipp: Bewahren Sie auch die E-Mails zur Anmeldung und die Zahlungsbelege auf. Sie helfen dem Träger, Ihre Ausbildung eindeutig zuzuordnen, wenn Name oder Anschrift sich inzwischen geändert haben. Je mehr Angaben Sie machen können, desto schneller lässt sich der Nachweis ausstellen.